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Firmen online

Die virtuelle Firma

Die Internetpräsenz einer Firma sollte dem Interessenten eine weltweite Anlaufstelle bieten, eine Möglichkeit, sich über die Firma, ihre Produkte und Leistungen zu informieren und diese, nachdem man sich überzeugt hat, in Anspruch zu nehmen. Soweit die Theorie.

In der Wirklichkeit ist eine Firmenhomepage meist das Werk geltungssüchtiger Webdesigner, die sich mit jeder neu erstellten Seite ein Denkmal setzen wollen, oder aber das Werk schizophrener Freaks, die zwar auf ihrem Gebiet eine Elite bilden, leider jedoch die Realität hinter sich gelassen haben und in einer künstlichen, einer eigenen Welt leben und denken.

Viele der virtuellen Firmenzweigstellen im weltweiten Netz setzen daher bei ihren Besuchern voraus, dass diese den aktuellsten Browser nutzten, die neuesten Java-Releases installiert - und aktiviert - haben, dass diese sich mit Vorliebe durch undurchsichtige Navigationsdschungel kämpfen und auch Plug-Ins kein Fremdwort für sie darstellen.

Meist jedoch bieten die Firmenhomepages ein einziges Chaos für den Normalo-Surfer: Er kämpft sich durch unzählige Unterseiten, bis er ans Gewünschte kommt, er muss sich Zusatzprogramme besorgen und installieren, nur um so Dinge zu sehen, die er eigentlich nicht hätte sehen MÜSSEN, er muss die Java-Optionen seiner Zugangssoftware aktiviert haben, um ans  Ersehnte zu gelangen, er muss...

Im folgenden Text versuchen wir, den Alltag auf einer normalen Homepage einer Firma ins reale Leben zu übersetzen:

"Wir müssen draußen bleiben"

Sie betreten, nach langem Suchen, die Empfangshalle einer bekannten Firma, über die Sie sich informieren wollen und mit der Sie eventuell einige Geschäfte abwickeln wollen. Ein Auszubildender fängt Sie gleich in der Tür ab, versperrt Ihnen den Blick ins Gebäudeinnere und teilt Ihnen mit "Willkommen bei unserer Firma. Wenn Sie hier herein wollen, müssen Sie sich erst beim Optiker Wenigmann die ´Flashbrille´ holen, die man nur für Firmen wie die unsere braucht". Sie gehen also wieder los, eine Wegbeschreibung hat Ihnen der freundliche Azubi gegeben, warten eine Viertelstunde, bis der Optiker Ihnen die Brille angepasst hat, müssen vielleicht noch einmal nach Hause, um Ihre Frisur an die neue Brille anzupassen, fahren wieder zu der Firma, die der eigentliche Grund war, dass Sie überhaupt losgefahren sind, ziehen sich vor Eintritt ins Firmengebäude die Brille an, treten ein und - erst einmal kommt niemand.

Freundlicher Empfang

Erst nach langem Warten erscheint ein Pförtner, der Sie freundlich begrüßt: "Guten Tag. Sie sind bereits der 1024e Besucher in unserer Firma. Das weiß ich von der Firma Kaunter. Unser Unternehmen wurde übrigens das letzte Mal am 21. August 1999 renoviert. Kennen Sie eigentlich schon die Firmen Winzigweich, Netzaussicht und Feuerball? Die sind auch echt sehenswert! Wenn Sie wollen, sage ich Ihnen, wie Sie dahin gelangen... Wollen Sie vielleicht unserem Kundendienst eine Mitteilung machen? Der wird vielleicht antworten, genau weiß mans aber nicht. Wenn Sie irgendetwas anderes wollen, gehen Sie doch bitte zu unserem Aufzug da hinten links, dort kommen Sie dahin, wo Sie hinwollen.".

Leicht irritiert wechseln Sie also zum Aufzug, warten erst einmal, bis dieser seine Türen öffnet, treten ein und - ein Bedienungspaneel mit einem Hintergrund, der Himmel symbolisieren soll, erwartet Sie mit einigen wenigen Knöpfen, die mit "Wir über uns", "Unsere Leistungen" und "Kundendienst" beschriftet wurden. Sie drücken den Knopf neben "Unsere Leistungen", denn genau diese interessieren Sie ja und vielleicht ist es dort ja möglich, zuerst etwas über das Angebot dieser Firma zu erfahren und dann eben dieses Angebot wahrzunehmen.

Szenenwechsel

Nach längerer Wartezeit, während der Sie das Gefühl haben, die Empfangshalle der Firma wird gerade umgestaltet, öffnen sich die Türen des Fahrstuhls wieder. Sie treten heraus und glauben sich in eine andere Welt versetzt. Waren die Wände eben noch weiß, so sind sie jetzt blau. War der Teppich eben noch gelb, ist er jetzt weiß. War die Einrichtung eben noch von exklusivem Ambiente, so wirkt sie jetzt avantgardistisch.

Eine nette junge Dame steht direkt vor Ihnen und teilt Ihnen mit, dass Sie leider nicht die angebotenen Leistungen einsehen können, da Sie noch keinen Kaffee getrunken haben. Sie greifen also in ihren Aktenkoffer und holen "Java-Kaffee aus der Dose" hervor, den Sie eigentlich überhaupt nicht mögen, aber immerhin wollen Sie ja mit dieser Firma Geschäfte machen. Nachdem Sie die Dose geleert haben, ein bedrückendes Gefühl macht sich bereits in der Magengegend breit, entschwindet die nette junge Dame wieder und kehrt flugs mit einem großen Informationsschild wieder, auf welchem geschrieben steht: "Unsere Produkte: Das Programm ´WFDMB 2000´ (Abk.: Wer findet die meisten Bugs?) und das Programm ´Abzocke 99´. Wollen Sie mehr zu ´WFDMB 2000´ wissen, gehen Sie bitte in Büro Eins zu Herrn Tore, mehr über ´Abzocke 99´ erfahren Sie in Büro Zwei bei Herrn Ostwald." Sie gehen also in Büro Eins, wo Ihnen mit vielen Fachausdrücken, die Ihnen suggerieren, dass Sie überhaupt keine Ahnung haben und nur die besuchte Firma Kompetenz hortet, das Produkt ´WFDMB 2000´ in vollem Leistungsumfang vorgestellt wird.

Interessehalber gehen Sie auch noch zu Büro Zwei, um etwas über das Produkt ´Abzocke 99´ zu erfahren. An der Tür angekommen, der Weg dahin schien relativ weit zu sein, empfängt Sie ein Schild, auf welchem Ihnen mitgeteilt wird, dass nur registrierten Kunden der Eintritt gewährt wird. Wie eine solche Registrierung durchgeführt wird, und was diese bringt, können Sie bei der Registrierung erfahren.

Leider wissen Sie nun aber immer noch nicht, wie Sie überhaupt eines der Produkte kaufen können. Sie setzen also Ihren Weg fort, diesmal zurück zum Aufzug, der Sie zu den Leistungen der Firma gebracht hat, schauen im Vorübergehen noch einmal auf die Informationstafel, die die nette junge Dame von vorhin immer noch hält, gehen weiter - Moment, da stand doch was...? Sie gehen noch einmal zurück zur Tafel, reiben sich die Augen, was dank der ´Flashbrille´ alles andere als leicht ist, schauen noch einmal ganz genau hin und - ganz unten, unter den riesigen Werbebildchen für die Produkte der Firma und der Werbung für die Firmen Winzigweich, Netzaussicht und Feuerball, da war doch was?!?

Sie gehen näher heran, und wirklich: Was zuerst wie Resultate eines Fliegenmahls aussah, entwickelt sich langsam aber sicher zu Schrift, und diese Schrift teilt Ihnen mit, dass Sie, wenn Sie eines der Produkte der Firma kaufen wollen, entweder anrufen oder aber vorbeischauen sollen. Die Adresse und die Telefonnummer werden vorsorglich auch noch einmal mitgeteilt.

"Ich will raus !!!"

Fragen entstehen, Fragen wie "Anrufen? Ich bin doch hier" oder wie "Vorbeischauen? Wo bin ich denn gerade?". Fragen, die wohl für immer unbeantwortet bleiben, denn Sie begeben sich auf geradem Weg, von allem guten Willen verlassen, direkt zum Aufzug, um diese Firma zu verlassen und niemals, aber auch wirklich niemals, wieder hierher zurückzukehren.

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