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Der Orden für die Homepage

Auszeichnung

Wer kennt ihn nicht, den amerikanischen Filmhelden, der, gerade aus dem Krieg zurückgekehrt oder zu einem entstehenden Konflikt zur Hilfe gerufen, hochdekoriert in Gardeuniform erscheint und, ohne auch nur einmal etwas gesagt zu haben, unvermittelt den Eindruck erweckt, genau der Richtige zu sein, egal für was...

Elitekämpfer

Vielleicht ist dieses Bild, das sich die meisten Menschen von verdienten und erfahrenen Kämpfern machen, der Grund dafür, dass die meisten Webmaster glauben, sich auf ihren Homepages mit Grafiken im Überfluss oder hart erkämpften Auszeichnungen, den Awards, brüsten zu müssen. Auf jeder zweiten privaten Homepage, die man während langer, einsamer Surfstunden besucht, wird man von hemmungslos zusammengeschaufelten Grafiken, Werbebannern und Awards begrüßt. Teilweise werden die Awards noch in einem eigenen Menüpunkt aufgezeigt, um dem Besucher das Laden hunderter Grafiken zu ersparen. Über Grafiken und Werbebanner haben wir uns bereits ausgelassen, was fehlt sind die Awards. Was hat es mit diesen Auszeichnungen auf sich?

Mit den Awards ist es wie mit allen Auszeichnungen: Wer sie verliehen bekommen hat, wer sich ihrer als würdig erwiesen hat, der, und nur der, ist wirklich einer der besonders Guten auf seinem Gebiet, sei es nun bei Oscar-gekrönten Schauspielern oder bei Award-prämierten Homepages. Ob dem so ist, oder vielleicht auch nicht, ist zweitrangig.

Was zuviel ist ist zuviel

Leider ist durch den Überfluss an Preisverleihern die ganze Awardthematik relativ unsinnig geworden und somit der Wert eines Awards ins Nichts entschwunden. So ist es inzwischen möglich, eine Bewerbung für eine dieser Auszeichnungen über Dienste wie beispielsweise DieBoerse.de an hunderte eingetragene Awardverleiher zu gestalten. Interessierte Webmaster rufen diesen Dienst auf, tragen ihre Homepage mit URL und kurzer Beschreibung ein, ergänzen noch die Email-Adresse, und schon wird die Bewerbung bundesweit weiterverteilt. Diese können dem Interessenten dann stolz mitteilen, dass dieser ihren begehrten Award, den wirklich nicht jeder verliehen bekommt, durch sein Lebenswerk verdient hat. Leider jedoch verzichten viele dieser Anbieter darauf, das eigentlich Onlineangebot des Kandidaten zu sichten.

Rege Teilnahme

Wir haben einmal die Probe aufs Exempel gemacht und einen dieser Bewerberdienste damit beauftragt, eine Seite, die wir kurz zuvor ins Internet gestellt hatten und deren hauptsächliche Inhalte "Ich bin im Internet!" und "Toll, ´ne?" waren, an Awardvergabestellen zu übermitteln. Laut Aussage dieser Bewerbungsverteilerstelle waren zum Zeitpunkt unserer Kandidatur 216 Awardverleiher registriert. Knapp eine Woche später, der Counter, den wir in unsere Internetseite integriert hatten, zeigte inzwischen einen Stand von 73, haben wir dann das Email-Postfach, welches wir angegeben hatten, geleert und wurden von Einsendungen geradezu überhäuft. Von den über zweihundert Verleihern hatten sich beinahe neunzig, nach reiflicher Prüfung durch deren Begutachtungsteam und ausführlichem Vergleich mit deren Vergabevorschriften, dazu entschlossen, uns den begehrten hauseigenen Award zu verleihen. Wir könnten den entweder als Email-Attachement beigefügten oder auf deren Homepage erhältlichen Preis mit einem Link auf die Verleiher in unsere Homepage integrieren. Wie die Vergabevorschriften aussahen, konnten wir auch nach Besuch der Internetseiten der Awardinitiatoren nicht endgültig klären. Die uns verliehenen Awards, beinahe durchweg hypergestylte Gifs in beeindruckender Größe, waren nicht die Bytes wert, aus denen sie bestanden.

Diese Seite gewann 88 Awards

Wir haben uns dafür interessiert, wie viele Webmaster auf Awards erpicht sind, und haben unseren Award, der übrigens wirklich eine Auszeichnung sein soll, bei einem der bekanntesten deutschen Awarddienste angemeldet. Fortan wurden wir von überquellenden Mail-Postfächern erschlagen. Tagtäglich erreichten uns im Durchschnitt 15 Bewerbungen, es hätten auch mehr sein können, hätten wir bei unserer Eintragung angegeben, dass wir nicht nur für die Kategorien "Internet" und "Computer", sondern auch für alle anderen Kategorien einen Award zu vergeben hätten.

Exakt einen Monat nach Anmeldung unseres Awards haben wir dann begonnen, die Seiten, die sich um unsere Auszeichnung beworben hatten, zu besuchen. Auf dem Großteil der Homepages, die da auf uns warteten, fanden wir dann immer wieder die gleichen Awards, die immer wieder stolz zur Schau gestellt wurden und immer wieder zu den gleichen Awardverleihern wiesen. Bei dem anschließenden Vergleich dieser Verleiher fanden wir viele alte Bekannte wieder, die uns kurz zuvor einen Award für unsere Homepage "Ich bin im Internet!" hatten angedeihen lassen. In einigen Fällen fanden wir übrigens bei den "Preissammlern" einen Menüpunkt Awards, der, einmal aufgerufen, zu diversen Unterseiten verzweigte, welche jeweils mit unterschiedlichen Auszeichnungen gefüllt waren. Unser persönlicher Spitzenreiter hatte insgesamt 15 solcher Unterseiten anzubieten, jede mit 10 Prämierungen.

Alle Werden Ausgezeichnet, Reicht Das?

Welchen Sinn haben solche Preise also noch? Im idealsten Fall werden die Awards von den Prämierten in geringer Anzahl als wirkliche Auszeichnung ausgestellt, während die Awardverleiher eine Liste der ausgezeichneten Seiten mit einer kurzen Beschreibung des Angebotes bereitstellen. Meistens jedoch werden die Awards auf den Homepages versteckt, nur ein Link verweist darauf, und viele, viele Bemerkungen innerhalb der Inhalte der Homepage weisen darauf hin, dass diese Seiten ja von SO vielen angesehenen Verleihern prämiert wurden, und die Awardverleiher selbst halten sich bedeckt, was ihre Awardpreisträger angeht, immerhin reicht es, eine Auszeichnung anzubieten, um einen steten Besucherstrom zu gewährleisten. Solange dieses Missverständnis weiter Bestand hat, solange es "Awardsammler" und "Awardabholstellen" gibt, solange wird ein Award nur dann Wert haben, wenn Eingeweihte, die wissen, dass dieser Award wirklich eine Auszeichnung darstellt, diesen Preis finden.

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